Das MINT-Modellbauprojekt 2017/2018

der St.-Ursula-Schulen / Villingen-Schwenningen in Kooperation mit der MFG VS e.V.

 

Das MINT-Bildungsprojekt:

Gemeinsam mit ausgewählten DMFV-Mitgliedsvereinen wurde 2017 ein Pilotprojekt als „MINT“- Bildungspartnerschaft ins Leben gerufen. Angedacht als Kooperation zwischen 10 ausgesuchten DMFV-Mitgliedsvereinen in BW und den örtlichen Schulen. Die Laufzeit sollte über 2 Jahre andauern, in einem 2-4 Wochen-Rhythmus.

Im Landeshaushalt von Baden – Württemberg wurde für diese Aktion erstmalig ein Budget von 50.000 Euro eingestellt. Also max 5.000,- Euro pro Projekt, max 250,- Euro Zuschuss je teilnehmenden Schüler. Für uns als teilnehmden MFG-Villingen-Schwenningen e.V. eine erstklassige Möglichkeit, mit der Unterstützung staatlicher Mitteln an junge Menschen heranzutreten und für den Modellbau/Modellflug zu werben.

Das Projekt

Das Projektziel war es, den jungen Modellbauern (Jungen und Mädchen der sechsten und siebten Klasse) das notwendige Know How zum Bauen und Fliegen von ferngelenkten Modellflugzeugen zu vermitteln. Die Jugendgruppe wird weiterhin  von Matthias Eschbach geleitet.
Begonnen wurde im Herbst mit Übungen am Flugsimulator, sowie Lehrer-Schüler-Fliegen auf dem Gelände der Modellfluggruppe Villingen-Schwenningen.
Über die Wintermonate ging es weiter mit dem Bau eines einfachen Segelflugzeuges in Holzbauweise. So ist gewährleistet, dass Reparaturen problemlos durchgeführt werden können.

Das Modell sollte einfach und schnell zu bauen und nicht allzu teuer sein. Die Spannweite liegt bei 100 cm, die Fläche in Rippenbauweise, bespannt mit Oracover-/Oralight-Folie. Im Frühjahr 2018 sollen die Schülerinnen und Schüler dann ihre ersten ferngesteuerten Flugversuche mit den eigenen, selbstgebauten Modellen unternehmen können.

Auswahl des Modelltyps

Die Kriterien für die Auswahl des Modells waren wie folgt:

- Elektrosegelflugzeug in klassischer Holzbauweise
- Steuerung über Seiten- und Höhenruder sowie Motorregelung
- Spannweite ca. 1000 bis 1400 mm
- Gesamtkosten inklusive Fernsteuerung unter 250,00 €

Die Wahl fiel schließlich auf das Flugmodell „Innovation“ der Firma Höllein. Der Elektrosegler verfügt über eine Spannweite von 1245 mm, wird in klassischer Balsa-/
Sperrholzweise hergestellt und hat eine vollbeplankte Rippen-Tragfläche. Um sich von der Eignung für das Schülerprojekt zu überzeugen wurde im September 2017 zunächst ein Modell mit komplettem Zubehör geordert und vom Projektleiter Matthias Eschbach aufgebaut.

Akquise

Bei den Elternabenden wurde für das Projekt geworben, wodurch sich schließlich genügend Teilnehmer fanden, wobei leider keine Mädchen vertreten waren. Zwei der Teilnehmer besuchen die Realschule, elf das Gymnasium der St.-Ursula-Schulen. Nun konnten bei der Firma Höllein 12 Modelle des Typs „Innovation“ geordert werden. Ferner das komplette Zubehör wie Kleber, Servos, Motoren, Akkus und Bespannfolie sowie 12 Fernsteuerungen des Typs „MZ-10“ von Graupner. Die Arbeit konnte beginnen. Dankenswerterweise gewährte uns die Firma Höllein aufgrund der Mengenabnahme einen großzügigen Rabatt.

Die Herstellung der Modelle

An einem Samstag im November ging es dann los. Nach der Sicherheitseinweisung wurden die Packungen der Bausätze fast ehrfürchtig geöffnet.
Es folgten mehrere Wochen in denen eifrig gearbeitet wurde. Die Funktion der einzelnen Teile wurde erklärt, die Schüler wurden selbstständiger und lernten, die Anweisungen der  Bauanleitung durchzuführen und den Bauplan zu lesen. Kleinere Fehler wurden durch die  erfahrenen Hände des Projektleiters korrigiert. Wartezeiten beim Trocknen des Klebers wurden mit Training am Flugsimulator überbrückt.

Im Frühjahr 2018 wurde es dann zeitlich eng. Einige Schüler konnten wegen der  Fußballsaison samstags nicht mehr regelmäßig erscheinen, das Lehrer/Schüler-Fliegen mit dem Modell des Projektleiters konnte wegen ungünstiger Witterung nicht stattfinden. Doch auch diese Widrigkeiten hatten ihre positiven Auswirkungen: Der Betreuungsschlüssel sank, der Projektleiter konnte sich fast individuell um jeden einzelnen Schüler kümmern, was sich positiv auf die Qualität der Arbeitsergebnisse auswirkte.

Erste Ergebnisse

Im Juli 2018 waren dann sieben Modelle fertig, die restlichen sechs waren im Rohbau so  weit hergestellt, dass sie bespannt werden konnten. In den großen Ferien wurden die  Flugmodelle dann komplett fertiggestellt.

Der aktuelle Zwischenstand ist, dass inzwischen alle Modelle fertiggestellt und flugbereit sind. Die Schüler konnten erste Erfahrungen mit der Fernsteuerung am Flugsimulator und auf dem Modellflugplatz sammeln, allerdings nicht alle Schüler mit dem eigenen Modell. Ferner fehlt den Schülern noch ein persönliches Ladegerät, das Budget reichte nur für zwei Geräte.

Für das kommende Schuljahr ist deshalb folgendes geplant:

  • Die Arbeit wird fortgesetzt, das heißt, die restlichen Flugmodelle werden eingeflogen - die Teilnehmer treffen sich zum Lehrer-Schüler-Fliegen auf dem Modellflugplatz.
  • Der Freundeskreis der St. Ursula Schulen hat zugesagt, die Finanzierung der fehlenden Ladegeräte zu übernehmen.

 

 

Die Projekteilnehmer:

Die St. Ursula-Schulen sind katholische freie Schulen in der Trägerschaft der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg, die das Schulwerk im Jahr 1990 vom Kloster St. Ursula übernommen hat. Es befindet sich im historischen Kern des Stadtbezirks Villingen  der Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Es gibt 6 Realschul- und 16 Gymnasialklassen mit insgesamt 600 Schülern.

Die Modellfluggruppe Villingen-Schwenningen e.V gründete sich 1956 und hat derzeit 120 Mitglieder. Auf dem Modellflugplatz neben der B33  Abfahrt Villingen Süd fliegen die Mitglieder Elektro- und Verbrennermodelle,  Segelflugzeuge, Kunstflugmaschinennsowie Hubschrauber und Copter.

Matthias Eschbach, geboren 1964, lebt in Villingen. Der gelernte Orgelbauer arbeitet  als Musiklehrer an den Villinger St. Ursula Schulen und ist Kassenwart der  Modellfluggruppe Villingen-Schwenningen. Daneben ist er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen Lehrbeauftragter für Jazz und Popularmusik.

Alle Fotos auf dieser Seite: D. Ladenburger (MFG VS e.V)

 

 

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